
Time is running fast
Bald ist es soweit.
Am 1.7. werden wir Eltern via Kaiserschnitt.
Ich wurde schon oft gefragt ob ich aufgeregt wegen des Eingriffes bin. Bisher kann ich dazu aber eher nur unwissend mit der Schulter zucken. Ich wurde von einer Ärztin und einer Anästhesistin bereits aufgeklärt wie die Sectio ablaufen wird, was im schlimmsten Fall schief gehen kann und was ich generell zu tun habe. Nun, natürlich habe ich nicht viel zu tun, außer beim Setzen der Betäubung den Rücken so rund zu machen wie es geht, damit der Anästhesist auch erfolgreich die Spinalanästhesie setzen kann.
Wenn alles wie geplant abläuft, bin ich während dem Eingriff wach und kann dann gleich den Kleinen in Empfang nehmen. Wir sind hier mal alle optimistisch und gehen natürlich davon aus, dass alles nach Plan läuft.
Ich habe also bisher noch keine Panikattacken und bin eher hibbelig wegen des Kindes an sich. Man stellt sich bereits vor, wie der Tag so ablaufen wird und trotzdem wird alles ganz anders laufen. Da bin ich mir fast sicher. Der Schlaf wird zu einem kostbaren Gut, von der Ruhe mal ganz abgesehen. Ruhen kann man schließlich auch wenn man tot ist.
Aber Spaß bei Seite. Ich freue mich riesig, habe aber natürlich auch zu einem gewissen Grad Angst. Man will ja schließlich ein guter Elternteil sein. Kein feuerspeiender Drachen der alles verbietet was Kinderaugen zum Leuchten bringt und natürlich auch nicht die Sorte die sich bequem zurück lehnt und die Kinder quasi sich selbst erziehen lässt. Ein gesundes Mittelmaß also. Aber was in der Vorstellung immer so gut passt, ist sicher in der Realität ganz anders. Daher hoffe ich vor allem auf meinen Ehemann, der mir gehörig in den Hintern treten soll, falls ich dieses „gesunde Mittelmaß“ verlassen sollte. 😀 Mir ist durchaus bewusst dass der Arme dann eventuell das Drachenfeuer selbst abbekommt aber ich bin guter Dinge, dass er ausreichend gepanzert ist. Oder nicht Schatz? 😛
Wir verbringen also die verbleibenden, wenigen Tage damit uns zu freuen und gleichzeitig angst zu haben. Das Los aller werdender Eltern. Zumindest hoffe ich das. Ich für meinen Teil muss diese Gedanken und Gefühle in schonender Haltung ausüben. Wobei „Muss“ der falsche Begriff ist. Ich habe bereits eine kleine Wehentätigkeit, sagt zumindest das Gerät bei meiner Frauenärztin und erklärt wieso sich mein Unterleib anfühlt als hätte ich gerade meine erste Stunde auf einem Pferd verbracht um kurz danach in O-Bein-Stellung von A nach B zu watscheln und alle Muskeln die man bis dato nicht mal ansatzweise wahrgenommen hat, gehörig zu verfluchen. Viel Laufen oder Stehen ist nicht mehr nur anstrengend sondern zu einer Herausforderung geworden. Wahrscheinlich lachen sich jetzt ein paar Mütter ins Fäustchen oder nicken gutmütig. Alles normal. Das Kinderkriegen ist eben kein Vergnügen und von nix kommt nix.
Daher dürft ihr mich ruhig für übervorsichtig halten wenn ich nun die meiste Zeit auf dem Sofa oder dem Bett verbringe. Einkaufen sowie den Haushalt überlasse ich meiner besseren Hälfte, der dieses Los gelassen und ohne Murren und Meckern über sich ergehen lässt. Dennoch fällt mir ein bisschen die Decke auf den Kopf. Was mich dazu verführt an guten Tagen doch das Haus zu verlassen oder die Wäsche zu erledigen, nur um am nächsten Tag wieder das Sofa zu hüten da sich das fiese Muskelziehen oder auch Senkwehen genannt, wieder stärker bemerkbar macht. Von dem üblen Muskelkater aber mal abgesehen, geht es mir noch immer gut.
Ohne das Cortison haben sich sogar meine Zuckerwerte normalisiert und das Insulin durfte sich verabschieden. Wassereinlagerungen machen sich nur bemerkbar wenn ich mal wieder etwas übermütig werde und auch sonst erfreue ich mich bester Gesundheit. Ob sich das Rheuma auch nach der Geburt im Urlaub befindet ist allerdings noch unklar. Statistisch gesehen eilt es nach der Geburt mit dem ersten Flieger den es erwischen kann zurück. Aber welche Statistik hat bei mir schon richtig gelegen? Wir werden also abwarten und sehen und gegebenenfalls damit rechnen, dass sich die Gelenkbeschwerden mit Freudentränen des Wiedersehens auf mich werfen werden.
Das wichtigste ist erstmal, dass der Kleine Frosch den Kaiserschnitt gut übersteht, gesund ist und sich hoffentlich ebenso sehr freut Unheil auf dieser Welt stiften zu dürfen wie wir.
Drückt uns die Daumen dass Freitag alles gut geht und ich melde mich zurück, sobald ich körperlich und geistig wieder dazu fähig bin.
Alles Liebe
Eure Bibi
Ein Kommentar
Merit-Seto
Deine entspannte Haltung gegenüber der OP nehme ich jetzt einfach mal auf meine Kappe ;p